Geschichte der Kläranlage Kühnhausen

Baumaschine in tiefem Graben
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

1967 bis 1970: Vorbereitungen für den Bau

freies Feld mit Baumaschinen
Foto: Kläranlage Kühnhausen - Bauvorbereitungen Foto: © Stadtverwaltung Erfurt, EBE

1967 bis 1968

Die Arbeiten an der Grundkonzeption für den Neubau einer Kläranlage am Standort Kühnhausen beginnen. Ein Jahr später ist die erste Bearbeitungsphase, einschließlich der Genehmigung des Standortes, abgeschlossen.

bis 1970

Im Anschluss an verfahrenstechnische und technologische Untersuchungen wird die neue Kläranlage im Norden Erfurts, zwischen den Ortslagen Mittelhausen und Kühnhausen, außerhalb der Stadtgrenzen geplant.

1971 bis 1976: Neubau des Klärwerkes Kühnhausen

Baumaschine in tiefem Graben
Foto: Kläranlage Kühnhausen - Bau Hauptsammler Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

1971

Vom Standort Riethstraße aus begann der Bau des 5,5 km langen Hauptsammlers nach Kühnhausen mit einem Durchmesser von 2 m bzw. 2,4 m.

Die Besonderheiten dieses Streckenbauwerkes bestehen in der Bauausführung, die in monolithischer Betonbauweise mit einem Vakuumschalwagen erfolgt ist: Neben der Kreuzung der Reichsbahnstrecke Erfurt - Nordhausen und der Dükerung der Gera wurde ein Anschlussbauwerk an das vorhandene Hauptsammlerprofil in der Auenstraße errichtet.

1973 bis 1976

Die erste Ausbaustufe (Mechanik), die in Betonbauweise ausgeführt wird, geht mit einer mechanischen Teilkapazität von 50.000 Kubikmeter pro Tag und einer behelfsweisen Schlammbehandlung (Erdfaulbecken, 1 Hektar Trockenbeete) in Betrieb. Im Jahr 1976 werden 50 % des Abwassers nach Kühnhausen übergeleitet.

bis 1991: Neubau einzelner Anlagen

bis 1985

In einer zweiten, biologischen Stufe wird der Betrieb mittels einer Belebtschlammanlage und Nachklärung in Teilkapazität aufgenommen.

1988 bis 1989

Die angeschlossene beheizte Faulgasanlage nimmt den Dauerbetrieb mit schwefelwasserstoffhaltigem Gas auf. Damit ist ein erheblicher Verschleiß der Gasspeicher und der Wärmezentrale verbunden.

Die Kläranlage wird ab diesem Zeitpunkt mit der Gesamtabwassermenge der Stadt Erfurt beschickt.

1990 bis 1991

Nach Vorversuchen mit einer mobilen Anlage und kurzer Bauzeit geht die maschinelle Schlammentwässerung in Betrieb.

1991 bis 1992

Mit der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme aus Klärgas wird die neue Blockheizkraftwerk-Anlage den höchsten Ansprüchen gerecht.

Durch diese Erweiterung der Biogasanlagen wird sowohl den ökologischen als auch den kommerziellen Anforderungen an den Kläranlagenbetrieb Genüge getan.

1991 bis 2014: Rekonstruktion und Sanierung

Ansicht des Abluftwäschers des neuen Rechenhauses
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt, EBE

1991 bis 1994

An den Maschinen und Bauwerken der mechanischen Abwasserbehandlung, dem Mehrzweckgebäude sowie der Schaltwarte mussten Sanierungs- und Rekonstruktionsarbeiten durchgeführt werden.

1994 bis 1998

Neben dem Neubau einer Notstromanlage werden die beiden vorhandenen Faulbehälter saniert.

1994 bis 2003

Zur weitergehenden Wasseraufbereitung durch die Entfernung von Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor wird eine dritte Reinigungsstufe geplant und ab 1997 mit dem Bau begonnen.

2004 bis 2010

Durch den Neubau einer zusätzlichen Rechenanlage mit Fahrzeugwaage, automatischer Containerverschiebeeinrichtung und Sandfang kann die mechanische Reinigungsstufe erweitert werden. Die Rechenanlage von 1976 wird für den Starkwasseranfall ertüchtigt und bleibt betriebsbereit.

Sowohl die beiden Faulbehälter als auch beide Gasspeicher werden saniert.

2010 bis 2014

Parallel zu dem Ersatz der maschinentechnischen Ausrüstung der Blockheizkraftwerkanlage wurde die Erweiterung der mechanischen Reinigungsstufe fertig gestellt und die verschlissenen technischen und elektrotechnischen Anlagen in Klärwerk und Außenanlagen ersetzt.